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Kopfschmerzen und Migräne: Ursachen, Symptome und Therapie

Gesundheit

5 Min. Lesezeit

Frau mit Partner während Migräne


Das Wichtigste in Kürze:

  1. Unterschiede zwischen Kopfschmerzen und Migräne: Kopfschmerzen und Migräne sind unterschiedliche Erkrankungen. Migräne äußert sich durch starke, oft einseitige und pulsierende Schmerzen, während Spannungskopfschmerzen meist beidseitig und weniger intensiv sind.
  2. Typische Symptome und Auslöser von Migräne: Migräne kann mit Übelkeit, Erbrechen und Überempfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen einhergehen. Auslöser sind oft Stress, Schlafmangel, bestimmte Nahrungsmittel und hormonelle Schwankungen.
  3. Behandlung von Migräne: Bei den ersten Anzeichen einer Migräne sollten Sie sich in einen ruhigen Raum zurückziehen. Triptane und nicht-steroidale Antirheumatika wie Ibuprofen oder ASS können helfen, die Schmerzen zu lindern.
  4. Prophylaxe und Vorbeugung: Regelmäßiger Sport, Entspannungstechniken und das Führen eines Kopfschmerztagebuchs können helfen, Migräneanfälle zu reduzieren. Medikamente wie Betablocker und monoklonale Antikörper sind ebenfalls Optionen zur Vorbeugung.
  5. Unterstützung und Selbsthilfe: Der Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen kann hilfreich sein. Eine ausgewogene Ernährung und ein regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus tragen ebenfalls zur Vorbeugung bei.

Ursachen und Symptome von Kopfschmerzen und Migräne

Unterschiede zwischen Kopfschmerzen und Migräne

Kopfschmerzen und Migräne sind zwei unterschiedliche Erkrankungen, die sich in ihren Symptomen und ihrer Intensität deutlich voneinander abgrenzen lassen. Während Kopfschmerzen vom Spannungstyp sich durch einen dumpf drückenden Schmerz auszeichnen, der meist beidseitig auftritt, äußert sich Migräne durch starke, oft einseitige und pulsierende Kopfschmerzen.


Kopfschmerzen und Migräne sind zwei unterschiedliche Erkrankungen, die sich in ihren Symptomen und ihrer Intensität deutlich voneinander abgrenzen lassen.

Migräne betrifft etwa 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung in Deutschland, wobei Frauen im Alter zwischen 20 und 50 Jahren bis zu dreimal häufiger betroffen sind als Männer. Ein wesentlicher Unterschied zur Migräne ist, dass Spannungskopfschmerzen in der Regel weniger intensiv sind und nicht von den typischen Begleitsymptomen einer Migräne begleitet werden.

Typische Symptome, Ursachen und Auslöser


Die charakteristischen Symptome einer Migräne umfassen:

  • Mittelstarke bis starke, pulsierende oder pochende Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Gerüchen
  • Verstärkung der Schmerzen bei körperlicher Aktivität

Eine Migräneattacke dauert unbehandelt typischerweise zwischen 4 und 72 Stunden. Bei etwa einem Drittel der Betroffenen geht der Kopfschmerzphase eine sogenannte Aura voraus, die sich durch neurologische Symptome wie Sehstörungen, Sprachstörungen oder einseitige Sensibilitätsstörungen äußert.

Frau mit Migräne

Verschiedene individuelle Auslöser können eine Migräneattacke begünstigen. Dazu gehören:

  • Stress oder Stressabbau
  • Veränderter Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Bestimmte Nahrungs- oder Genussmittel
  • Geringe Flüssigkeitsaufnahme
  • Hormonelle Schwankungen, insbesondere bei Frauen

Es wird vermutet, dass Migräne bei Menschen mit einem verhältnismäßig empfindlicheren Nervensystem auftritt. Auch das weibliche Hormon Östrogen scheint eine Rolle bei der Auslösung von Migräneanfällen zu spielen.

Diagnose einer Migräne

Die Diagnose einer Migräne stützt sich hauptsächlich auf die Anamnese und die typischen Symptome. Ärzte empfehlen Betroffenen oft, ein Kopfschmerztagebuch zu führen, um individuelle Auslöser zu identifizieren und den Verlauf der Erkrankung zu dokumentieren.

Es gibt verschiedene Arten von Migräne, darunter Migräne ohne Aura, Migräne mit Aura, chronische Migräne, vestibuläre Migräne und seltenere Formen wie die familiäre hemiplegische Migräne. Die Unterscheidung zwischen Migräne mit und ohne Aura ist besonders wichtig für die Diagnose und Behandlung. Bei der Migräne mit Aura treten vor oder während der Kopfschmerzen neurologische Symptome auf, die sich typischerweise langsam über Minuten entwickeln und innerhalb einer Stunde wieder zurückbilden.


Migräne behandeln: Was hilft wirklich?

Effektive Behandlungsmethoden

Bei der Behandlung von Migräne ist es wichtig, frühzeitig zu handeln. Sobald du die ersten Anzeichen einer Migräne bemerkst, solltest du dich in einen ruhigen, abgedunkelten Raum zurückziehen und Geräuschquellen ausschalten. Diese Maßnahmen helfen, die Reizüberflutung zu reduzieren und können die Intensität des Anfalls verringern.

Eine der wirksamsten Methoden zur Behandlung akuter Migräneanfälle ist die Einnahme von Medikamenten. Triptane haben sich als besonders effektiv erwiesen. Du solltest diese Medikamente jedoch so früh wie möglich im Verlauf des Anfalls einnehmen, um die beste Wirkung zu erzielen.

Schnelle Hilfe bei Migräneanfällen

Um schnelle Linderung zu erfahren, ist es ratsam, bereits bei den ersten Vorboten eines Migräneanfalls zu einem geeigneten Schmerzmittel zu greifen. Die subkutane Anwendung von Sumatriptan hat sich als besonders schnell wirksam erwiesen, mit einem Wirkungseintritt nach etwa 10 Minuten.

Bei Übelkeit und Erbrechen, die häufig mit Migräne einhergehen, können zudem Antiemetika wie Metoclopramid oder Domperidon hilfreich sein.

Es ist jedoch wichtig, Kopfschmerz- bzw. Migränemedikamente nicht zu häufig einzunehmen. Der übermäßige Gebrauch kann zu sogenannten medikamenteninduzierten Kopfschmerzen führen. Experten empfehlen, Schmerzmittel nicht länger als drei Tage in Folge und an nicht mehr als zehn Tagen im Monat einzunehmen.

Hausmittel und alternative Therapien

Neben medikamentösen Behandlungen gibt es auch verschiedene Hausmittel und alternative Therapien, die bei Migräne helfen können. Das Auftragen von Pfefferminzöl auf Schläfen und Stirn kann eine kühlende und schmerzlindernde Wirkung haben. Auch Wärme- und Kälteanwendungen wie Arm- oder Fußbäder können Linderung verschaffen.

Viele Menschen mit Migräne berichten von positiven Erfahrungen mit Tees wie Schlüsselblumen-, Ingwer- oder Weidenrindentee. Darüber hinaus haben sich präventive Maßnahmen wie Entspannungstechniken, Biofeedback und Stressbewältigung als hilfreich erwiesen. Studien zeigen, dass regelmäßiges Yoga die Intensität und Häufigkeit von Migräneanfällen reduzieren kann.


Medikamente und Prophylaxe: Migräne langfristig in den Griff bekommen

Neben den Schmerzmitteln spielen Antiemetika eine wichtige Rolle, insbesondere bei Begleitsymptomen wie Übelkeit. Metoclopramid oder Domperidon können hier Linderung schaffen. Bei sehr schweren Anfällen kommen gelegentlich auch Kortikosteroide zum Einsatz, um die Dauer der Attacke zu verkürzen.

Prophylaxe und Vorbeugung

Für Menschen, die häufig unter Migräne leiden, ist die Prophylaxe von großer Bedeutung. Zur medikamentösen Vorbeugung stehen verschiedene Wirkstoffe zur Verfügung, darunter Betablocker wie Metoprolol oder Propranolol, der Kalziumantagonist Flunarizin und das Antiepileptikum Topiramat. Eine vielversprechende neue Option sind monoklonale Antikörper, die speziell zur Migräneprophylaxe entwickelt wurden.

Neben der medikamentösen Prophylaxe spielen auch nicht-medikamentöse Maßnahmen eine wichtige Rolle. Regelmäßiger Ausdauersport kann die Häufigkeit und Intensität von Migräneattacken reduzieren. Auch Entspannungstechniken und Stressbewältigung haben sich als hilfreich erwiesen. Eine Akupunkturbehandlung mit mindestens sechs Sitzungen kann ebenfalls zu einer deutlichen Reduktion der Häufigkeit führen.

Ein wesentlicher Aspekt der Prophylaxe ist die Identifikation und Vermeidung individueller Auslöser. Dazu gehören oft Stress, Veränderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus, bestimmte Nahrungs- oder Genussmittel und hormonelle Schwankungen.

Chronische Migräne erkennen

Von chronischer Migräne spricht man, wenn an mehr als 15 Tagen pro Monat Kopfschmerzen auftreten, wobei an mindestens 8 dieser Tage die Kriterien einer Migräne erfüllt sein müssen. Diese besonders schwere Form der Erkrankung betrifft etwa 1-2% der Bevölkerung. Die Häufigkeit von Migräneattacken kann individuell sehr unterschiedlich sein. Bei den meisten Betroffenen treten sie weniger als 15 Mal pro Monat auf, was als episodische Migräne bezeichnet wird. Es ist wichtig, dass Betroffene bei häufigen oder besonders schweren Anfällen ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, um eine angemessene Behandlung einzuleiten.

Von chronischer Migräne spricht man, wenn an mehr als 15 Tagen pro Monat Kopfschmerzen auftreten, wobei an mindestens 8 dieser Tage die Kriterien einer Migräne erfüllt sein müssen.

Leben mit Migräne: Tipps und Unterstützung

Alltagstipps für Betroffene

Das Leben mit Migräne kann sehr belastend sein, jedoch gibt es zahlreiche Möglichkeiten, den Alltag angenehmer zu gestalten. Ein wichtiger Schritt ist das Führen eines Migräne-Tagebuchs. Darin kannst du deine Anfälle, mögliche Auslöser und die Wirksamkeit von Behandlungen dokumentieren. Dies hilft dir, deine persönlichen Trigger zu identifizieren und zu vermeiden.

Regelmäßiger Ausdauersport hat sich als wirksame Methode erwiesen, um die Häufigkeit und Intensität von Migräneanfällen zu reduzieren. Achte jedoch darauf, dich nicht zu überanstrengen, da körperliche Aktivität während eines Anfalls die Beschwerden verstärken kann. Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können ebenfalls helfen, Stress abzubauen und die Anfallshäufigkeit zu verringern.

Unterstützung und Selbsthilfe

Der Austausch mit anderen Betroffenen kann eine wertvolle Unterstützung sein. Selbsthilfegruppen bieten die Möglichkeit, Erfahrungen zu teilen und neue Bewältigungsstrategien kennenzulernen. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft ist eine gute Anlaufstelle für Informationen und Kontakte zu lokalen Gruppen.

Professionelle Hilfe ist ebenfalls von entscheidender Bedeutung. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Symptome und Behandlungsmöglichkeiten. Bei häufigen oder besonders schweren Anfällen kann eine spezialisierte Behandlung durch einen Neurologen sinnvoll sein. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie bietet aktuelle Leitlinien zur Therapie der Migräne, die Ihnen und Ihrem Arzt als Orientierung dienen können.


Ernährung und Lebensstil

Die Ernährung kann einen erheblichen Einfluss auf die Häufigkeit und Intensität von Migräneanfällen haben. Einige Menschen mit Migräne berichten, dass bestimmte Nahrungsmittel oder Getränke ihre Anfälle auslösen können. Häufige Trigger sind:

  • Alkohol, insbesondere Rotwein
  • Koffeinhaltige Getränke
  • Bestimmte Käsesorten
  • Schokolade
  • Künstliche Süßstoffe

Zusätzlich ist es wichtig, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten, da Dehydrierung Migräneanfälle begünstigen kann. Ein regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus und ausreichend Schlaf können ebenfalls zur Vorbeugung beitragen.

Ausreichend Flüssigkeitszufuhr bei Migräne

Technologische Hilfsmittel

In der heutigen digitalen Welt gibt es zahlreiche Apps und technologische Hilfsmittel, die Menschen mit Migräne unterstützen können. Migräne-Apps ermöglichen es, Anfälle zu protokollieren, Trigger zu identifizieren und Medikamenteneinnahmen zu verfolgen. Einige Apps bieten sogar personalisierte Vorhersagen für mögliche Anfälle basierend auf Ihren individuellen Daten.

Neuere Entwicklungen umfassen auch nicht-invasive Neurostimulationsgeräte, die zur Linderung von Migräneschmerzen eingesetzt werden können. Diese Geräte sind in der Regel verschreibungspflichtig und sollten nur nach Rücksprache mit einem Arzt verwendet werden. Die kontinuierliche Forschung in diesem Bereich verspricht weitere innovative Lösungen für die Zukunft der Migränebehandlung.

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Quellen:

[1] Fux C, Kerkhoff J, Feichter M (2023). Migräne: unter https://www.netdoktor.de/krankheiten/migraene/ (Stand: 21.10.2024)

[2] Lang C (2022). Selbstmedikation bei Migräne: unter https://www.pharmazeutische-zeitung.de/selbstmedikation-bei-migraene-135900/ (Stand: 21.10.2024)

[3] (2017). Pharmakotherapie der Migräne bei Erwachsenen: unter https://der-arzneimittelbrief.com/artikel/2017/pharmakotherapie-der-migraene-bei-erwachsenen (Stand: 21.10.2024)

[4] Silberstein SD (2023). Migräneanfälle: unter https://www.msdmanuals.com/de/heim/st%C3%B6rungen-der-hirn-r%C3%BCckenmarks-und-nervenfunktion/kopfschmerzen/migr%C3%A4neanf%C3%A4lle (Stand: 21.10.2024)

[5] Raith J (2022). Kopfschmerzen: unter https://www.gelbe-liste.de/selbstmedikation/kopfschmerzen (Stand: 21.10.2024)

[6] Linde K et al. (2016). Akupunktur zur Vorbeugung von Migräneanfällen: unter https://www.cochrane.org/de/CD001218/SYMPT_akupunktur-zur-vorbeugung-von-migraneanfallen (Stand: 21.10.2024)

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